Sedef begrüßte die aufgehende Sonne mit dem Tanz der Mada. Der Wind pfiff zu dieser Zeit noch kühl über das Felsplateau. Hinter ihm erwachte das rot der Berghänge langsam zu feurigem Leben. Vor ihm, am Fuß der Berge, lag die Wüste. Jede Düne warf lange blau-graue Schatten. Die drei Staubfäden, die in einiger Entfernung aufstiegen, waren Reiter, die sich schnell näherten. Es bliebe noch Zeit, bis sie ihn erreichten.
Jeder Schritt und jede Drehung waren ein Ausdruck von Anmut und Stärke, der Flug des Kranichs, der Kelch, die Erwachende Mada. Mit einem letzten fließenden Schwung beendete er die Choreografie und trat zur Seite, seine Schwerter behutsam auf seiner Schilfmatte auf dem Boden ablegend.
Nun breitete Sedef ein Stück Papier auf dem Fels aus, nahm eine Tuschestange und einen Reibstein zur Hand. Mit ruhiger Konzentration verrieb er die Tusche mit Wasser, bis ein schwarzer Tintenfluss entstand. Der Pinsel glitt über das Papier, während er mit ruhigen, geübten Strichen kunstvolle Glyphen zu Papier brachte. Für lange Zeit wirkte er völlig versunken in sich selbst. Schließlich hörte er ein Geräusch und blickte auf. Er kniff die Augen gegen die tief stehende Sonne zusammen.
Die drei Männer traten auf das Felsplateau, ihre Säbel und Dolche gezogen. Ihre Blicke waren feindselig und ihre Haltung angespannt. Sedef legte den Pinsel behutsam zur Seite, schloss die Wasserflasche und wickelte die Tusche sorgfältig ein. Das Papier rollte er zusammen und steckte es in eine Tasche an seinem Gürtel. Dann nahm er seine Schwerter auf und erhob sich langsam.
"Ich habe euch erwartet", sagte Sedef mit einer tiefen Ruhe in seiner Stimme. Sein Blick durchdrang die Männer, und eine Aura der Gewissheit umgab ihn. Sedefs ruhte ganz in sich. Die drei Kämpfer jedoch wurden von einem Gefühl der Unsicherheit befallen.
Noch bevor sie reagieren konnten, war Sedef unter ihnen. Seine Bewegungen waren sparsam und fließend, als ob er den Tanz der Mada in den Kampf übertrug. Mit flirrender Geschwindigkeit forderte er die Sinne der drei Kämpfer heraus. Der Kampf war ein Schauspiel der Beherrschung und der Eleganz. Sedef setzte seine Schwerter mit einer furchterregenden Präzision ein und wehrte jeden Angriff ab, als ob er die Bewegungen der Angreifer schon im Voraus erahnen konnte.